Gedichte
Eine kleine aber feine Sammlung meinen die „Freien Mainzer!“
Der Mainzer Schoppenstecheroder Aach Wein zu trinke is e Kunstvon Adolf Gottron, Mainz En Weinberg pflege is schon schwer,En Wein zu pflege noch viel mehr.Und schließlich sagt mer nit umsunst:Aach Wein zu trinke is e Kunst! Der Wein macht alle Sinne seelig;Erst hört mer´n fließe, klar und ölig,Dann sieht mer´n, golden stehen im GlaseUn riecht´n blumig, mit der Nase. Dann fühlt mer´n kellerkühl im Traume,Dann schmeckt mer´n erst uff Zung und Gaume!Erst dann wenn de ganze Mund debei is,Do wäß mer, was des for en Wein is! Das erste Gläsje schmeckt noch sauer,Und erst nach ziemlich langer DauerGetraust de dich, de letzte TroppeZu trinke von dei´m erste Schoppe. Un dann bestellst de der de zweite,Den kannst de dann schon besser leide,Duhst dich mit dem Geschmack versöhneUn duhst dich langsam dran gewöhne. Beim dritte werst du awwer munter.Dei Backe und dei Nos wer´n bunterBei jedem Schluck, des merkste ständig,Allmählich werd de Geist lebendig! En Wink voll Würde nach dem Wirte,un stillvergnügt bringt der de vierte.Bei dem - da hätt ich bald vergesse -Do mußt de unbedingt was esse. Dann duht der fünfte vor dir stehen,Du kimmst uff glänzende Ideen,Host Einfäll, wie noch nie im Lewe,Un host noch nie geredt wie ewe. Un danach sitzt de vor dem sechste,Jetzt liebst de rücksichtlos dein Nächste,Dein Todfeind in normale Zeite,Du redst per Du und kannst´n leide. De siebte Halwe, der ist kritisch,Er macht die Mensche leicht politisch.Loß en eweck, ganz still und sachteIhn iwwerhipp, nemm gleich de achte. En jeder wääß, zum achte Gläsjegehört dem Mensch e Spundekäsche.Des reizt de Gaume, stärkt de Mage -Korz, mer kann wieder ään vertrage. Des wäre jetzt also schun de neunte,Um dich ereum sin nor noch Freunde;Die Gläser und des Hirn wer´n leerer,Die Bää, die Köpp un Zunge schwerer. Un vun dem zehnte un vom elfteTrinke zwä Schutzleit noch die Hälfte,die wolle Feierabend bieteUn dich vor einem Rausch behüte. Wer Wein trinkt, muß vor allem Wisse:Dort, wo die Grenz halt is, do isse;Mer derf en Karr´n nit iwwerlade -Ää Tröppche mehr, des is zum Schade. En Weinberg pflege is schon schwer,En Wein zu pflege noch viel mehr,Un schließlich sagt mer nit umsunst:Aach Wein zu trinke is e Kunst! ¨
Das "Trinklied
der Freien Mainzer (Republik)"
parodierte ein Rheinweinlied von Matthias Claudius
"Nun kränzt mit Laub den
liebevollen Becher,
und trinkt ihn fröhlich leer,
denn unser Vaterland, ihr
lieben Zecher,
drückt kein Despote
mehr!"
Hier das Original: Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becherund trinkt ihn fröhlich leer!In ganz Europia, ihr Herren Zecher,ist solch ein Wein nicht mehr.Ihn bringt das Vaterland aus seiner Fülle;wie wär er sonst so gut!Wie wär er sonst so edel, wäre stille und doch voll Kraft und Mut!Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben; gesegnet sei der Rhein!Da wachsen sie am Ufer hin und geben uns diesen Labewein.So trinkt ihn denn, und laßt uns allewege uns freun und fröhlich sein!Und wüßten wir, wo jemand traurig läge,wir gäben ihm den Wein. ¨
Une partie pétanque... uff pälzerisch
von Hans Holle, Wachenheim So wie e Wildsau in de Kuhlso fiehl ich mich wohl beim BouleKuggel schmeisse, dischberiereun do debei die Zeit verliere Mit nette Mensche Zeit verbringeun ach mol e Spiel gewinneEn Gläsel Riesling oder Roteis do debei ach nit verbote Messe, gugge un mol setzealles derfschde, nur net hetzeVersauscht e Kuggel derfscht mol Flucheun nooch änere Ausred suche Sprich: Mensch soi so wie's dir gefalltso bleibschd gelosse, so werschd alt. ¨